Architektur, Bauforschung, Denkmalpflege

Gugg Hof 



Denkmalgerechte Instandsetzung eines Bergbauernhofes


Projektbeteiligte:
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Restaurator Wolfang Lauber, Bad Endorf
Zimmerei Reiter, Seeon

2015-2019


Der Gugg-Hof in St. Margarethen, welcher auch als der Dientzenhofer-Stammhof bekannt ist, gilt mit seinem zum großen Teil inschriftlich und dendrochronoligisch datierten Blockbauobergeschoss von 1542 als eines der ältesten erhaltenen Bauernhäuser in Oberbayern und hat in den letzten Jahren eine behutsame Instandsetzung erfahren. Eine umfassende Untersuchung des Gebäudebestandes mit einhergehender Bauforschung und Schadenskartierung ermöglichte den weitgehenden Erhalt des Bestandes und war Grundlage für eine denkmalgerechte Instandsetzung unter gleichzeitiger Berücksichtigung energetischer Verbesserungsmaßnahmen.

Statt der oftmals praktizierten Maximal-Sanierungsmaßnahme musste für dieses hochwertvolle Gebäude ein Weg gefunden werden, um mit minimalinvasiven Eingriffen den Wohnkomfort zu verbessern und das Gebäude energetisch zu ertüchtigen. Als Grundlage der behutsamen Instandsetzung erfolgte eine umfangreiche baugeschichtliche Untersuchung, die im Zuge der sukzessiven Sanierung auch laufend fortgeschrieben wurde. Dabei kamen sowohl klassische Aufmaßtechniken und Befunduntersuchungen, als auch neue Techniken wie Mehrbildphotogrammetrie zum Einsatz.

Kaputtes reparieren, Fehlendes ergänzen. Im Sinne des Weiterbauens hat man sich für den denkmalpfegerischen Ansatz entschieden alles neu Hinzugefügte ablesbar zu machen, jedoch in der alten Technik zu bleiben. Als einziger echter baulicher Eingriff wurde im Stall ein kleiner Haustechnikraum eingebaut, welcher die neue Trennung zwischen Wohnen und Stall bildet. Zudem erhielt das gesamte Wohnhaus Winterfenster nach Vorbild der noch vorhandenen Stubenfenster.



Nordfassade mit erheblichen Schäden an Mauerwerk und Putzen, Vorzustand.Grundriss Erdgeschoss mit gekennzeichneten Eingriffen Maßstab 1:200



Rekonstruktion der Fassadengestaltung 1786 durch putzsichtige Schlämme über den erhaltenen Fassungsschichten. Restaurierung der barocken Fenster und Ergänzung durch Winterfenster. Unten Vorzustand eines Stubenfensters, oben nach Restaurierung.



Innenräume nach der Restaurierung: