Architektur, Denkmalpflege, Wettbewerb

Dokumentationszentrum Obersalzberg



Teilnahme am Wettbewerb zum neuen Dokumentationszentrum


Mitarbeit bei Architekt Thomas Dietz, Waging am See, mit Landschaftsarchitekten Hinnenthal Schaar


Seit ihrer Eröffnung hat sich die Dokumentation Obersalzberg zu einem Besuchermagneten des Berchtesgadener Landes entwickelt. Ging man ursprünglich von einem Potential von 30.000 bis 40.000 Besuchern pro Jahr aus, so besuchten die Dokumentation im Schnitt der ersten fünf Jahre ab der Eröffnung jährlich ca. 125.000 Interessierte. Die Zahlen sind seither weiter angestiegen und erreichen nun jährlich zwischen 150.000 und 170.000 Besucher. Die vorhandenen Platzverhältnisse reichen nicht mehr für diese großen Besucherzahlen aus, sodass der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Traunstein beabsichtigt, die bestehende Dokumentation auf dem Obersalzberg zu erweitern. Das bestehende Gebäude mit ca. 674 m2 Nutzfläche soll wirtschaftlich in das neue räumliche Konzept integriert und entsprechend umgebaut werden.

Das Raumprogramm sieht einen Gesamtbedarf von 2.493 m2 Nutzfläche vor. Abzüglich der bereits bestehenden Nutzflächen ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf von 1.819 m2 Nutzfläche.

Die auf dem Grundstück bestehende zur Dokumentation gehörige Bunkeranlage, welche ebenfalls Dokumentations- und Besichtigungs- zwecken dient, soll keine Veränderung erfahren. Lediglich die Anbindung der Dauerausstellung an die Bunkeranlage ist Bestandteil des Wettbewerbs.

Die Gestaltung der Freiflächen im Umgriff der Dokumentation und die Anbindung an das vorhandene Wege- und Erschließungssystem sind ebenfalls Aufgabe des Realisierungsteils.

Thema des Ideenteils ist die konzeptionelle Landschaftsgestaltung des an die Dokumentation angrenzenden Berghofgeländes. Mittelfristig ist geplant, das Berghofgelände in die Dokumentation einzubinden. Ein landschaftsgstalterischer Entwurf dieser musealen Freifläche soll Aufschluss darüber geben, wie dieser historische Ort gestalterisch in das Gesamtkonzept eingebunden werden kann.

Im Spannungsfeld zwischen dem sensiblen Umgang mit einem Täterort und der bewussten Stärkung des Besuchermagneten Dokumentation Obersalzberg erwartet der Auslober ein einfühlsames sowie gleichsam starkes Gesamtkonzept. Ziel ist es eine geeignete bauliche Lösung in Bezug zur bestehenden und umgebenden Bebauung zu entwickeln. Die Konzeption der Freiflächen, ihre Einbindung in die umgebende Landschaft sowie die landschaftsarchitektonische Idee für das Berghofgelände sowie dessen Anbindung spielen dabei eine wesentliche Rolle. Darauf aufbauend gilt es für die Erweiterung der Dokumentation ein tragfähiges Gebäudekonzept zu entwickeln, welches Gestaltqualität sowie räumliche Qualitäten mit Funktionalität und wirtschaftlicher Bauweise verbindet. Die vorhandene Dokumentation soll dabei bestehen bleiben und, soweit nötig, durch wirtschaftliche Umbaumaßnahmen in die funktional-räumliche Gesamtkonzeption eingebettet werden. Der Verknüpfung von Gebäudebestand und -neubau bzw. -erweiterung sowie der Anbindung zur Bunkeranlage wird dabei besondere Bedeutung beigemessen. Das Planungskonzept ist gleichermaßen auf den Denkmalcharakter der baulichen Anlagen sowie der untertägig erhaltenen Reste und deren authentischen Erhalt als Geschichtszeugnisse auszurichten.



Grundrisse 1.UG und 2.UG